Juses Kolumne Nr. 30 – Ugly Duckling
Vorwort:
Ich möchte mich an dieser Stelle bei all denen bedanken und gleichzeitig entschuldigen, die meine Kolumne Monat für Monat lesen. Bedanken für das Interesse, entschuldigen dafür, dass die Kolumne nicht mehr so regelmäßig erscheint wie früher. Das liegt daran, dass ich mittlerweile für das Printmedium Corner regelmäßig Kolumnen schreibe und daher nicht mehr die Zeit und Muße habe für Popbizenemy auf noch regelmäßig zu schreiben.
Ich sage es ja nicht gerne aber SoziologiestudentInnen sind hässlich. Das mag jetzt oberflächlich, gemein und gar nicht wie aus der Neon abgeschrieben klingen, aber sie sind nun mal großenteils hässlich. Ich selbst studiere Soziologie im Nebenfach und stelle dies immer wieder verwundert fest. Das sind alles nette, aufgeschlossene, soziotastische Menschen, aber sie sind überdurchschnittlich hässlich. Besonders die Weibchen. Ich frage mich wieso das so ist. Ich weiß ja, dass man mittlerweile eine Aufnahmeprüfung bestehen muss um in den Diplomstudiengang zu gelangen, aber Glöckner von Notre Dame-Kriterien sehe ich nicht ein. Ich als nicht hässlicher Mensch fühle mich langsam schon diskriminiert. “Tja, Herr Hütter, ihre Ausführungen über Luhmann, Durkheim und Habermas waren durchaus ansprechend, aber leider haben sie zu wenig Ähnlichkeit mit Muppetshow-Figuren.” Versteht mich jetzt nicht falsch, ich habe nichts gegen hässliche Menschen. Schon gar nicht gegen schlecht gekleidete hässliche Menschen. Neben diesen Menschen sehe ich nämlich ganz gut aus, besonders weil meine Kleidung – wie mir bereits von diversen Frauen bestätigt wurde – kindlich oder schlabberig aussieht. Wer jetzt da glaubt, ich wäre zu anspruchsvoll, der irrt. Ich halte nichts von wandelnden Gerippen wie Kate Moss, Naomi Campell oder den Piraten der Karibik. Ich halte auch René Zellweger in Bridget Jones nicht für dick, sondern lediglich Hugh Grant für einen Schwachkopf. Um genau zu sein finde ich René Zellweger ziemlich heiß, aber sie hat schließlich auch nicht Soziologie studiert.
Als ich noch auf dem Gymnasium war glaubte ich immer Soziologiestudentinnen seinen insgeheim völlig attraktive, linkspolitisch engagierte Dreadlockträgerinnen mit Hang zu Krötenzaunhochzieherei. Das war vielleicht eine Enttäuschung als ich frohen Mutes in mein Mediensoziologie-Seminar marschiert bin. Dabei wusste ich aus langjähriger Erfahrung, dass attraktive Mädels – und welche, die sich dafür halten – immer irgendwas mit Medien oder was Soziales machen wollen. Was liegt da also näher als Mediensoziologie? Aber Pustekuchen. Die einzigen Soziologen aus meinem Seminar mit denen ich jemals ein Gespräch führte waren die 3 nerdigen Besserwisser, welche versuchten mich zu überreden ihrem wöchentlichen Schafkopfstammtisch beizuwohnen, in der vagen Hoffnung mir dabei listig 2 Euro 43 aus der Tasche zu ziehen. Mit Schafkopf war übrigens das Kartenspiel gemeint.
Auch spätere Versuche mich soziologisch zu sozialisieren waren von wenig Erfolg geprägt. Meine Hoffnung, in dem Hauptseminar Religiöse Praktiken würde ausführlich die Missionarstellung behandelt wurde ebenso enttäuscht, wie die Annahme, dass überdurchschnittlich viele ehemalige Klosterschülerinnen daran teilnehmen würden. Die Pornofilmindustrie lügt. Der einschlägige Kassenschlager Lustgeschrei im katholischen Mädcheninternat behauptet doch allen Ernstes…ach diese Argumentation hinkt. Jedenfalls sind Klosterschülerinnen nicht so wie man sich das in der Pubertät vorstellt. Zurück zur Soziologie. In meinem zweiten Hauptseminar Europäische Gesellschaft: Identitäten, Konflikte und Diskurse stellten wir anhand einer Umfrage – im Fachjargon empirische Erhebung genannt – über das Vertrauen gegenüber unseren europäischen Mitbürger fest, dass besonders Litauern viel Misstrauen entgegengebracht wird. Sofort wurde die Litauerin im Kurs befragt, woher dieser Unmut rühre.
Ihre plausible Erklärung stieß auf allgemeines Misstrauen.
Was ich auch versuche, heiße Soziologinnen sind und bleiben Mangelware. Sie sind und bleiben hässlich. Ich hoffe nur, keine meiner Kommilitoninnen liest diese Kolumne. Und selbst wenn…du bist nicht gemeint. Du bist auf deine Weise total schön und stichst aus der Masse der Monströsen heraus. Puh, das war knapp. Ist aber noch mal gut gegangen.
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