Juses Kolumne Nr. 25 – Ein hoch auf die goldene Wissenschaft
Jetzt wird’s wissenschaftlich. Seit geraumer Zeit mache ich eine sehr interessante Beobachtung auf dem Beziehungsmarkt, von mir liebevoll auch Pennymarkt genannt. Es ist unübersehbar, dass mehr weibliche Mitbürger eine Beziehung führen als Vertreter der männlichen Gattung. Das ist statistisch unmöglich, da, abgesehen von Lesben und Popiraten, jedes weibliche Wesen einen männlichen Topfdeckel für eine solche Partnerschaft benötigt. Gehen wir von einer demographischen Gleichverteilung aus, müsste der Prozentsatz der Männer in einer Beziehung also gleich hoch sein, wie der der Frauen. In der Wahrnehmung eines Genies wie mir ist das aber definitiv nicht so.
Ich habe versucht, mir ein paar Erklärungen für dieses erstaunliche Phänomen zusammenzureimen. Da wäre einmal die These, dass diverse Frauen Beziehungen führen, von denen die Männer in dieser Beziehung gar nichts wissen und sich nach wie vor als Junggesellen wähnen. Diese Konstellation entsteht besonders häufig, wenn irgendwelche Macker im Suff Blondinen oder Pommespanzer nageln. Die beteiligten Mädel verwechseln den Geschlechtsakt nicht selten mit einem Liebesbeweis und beginnen ohne Zustimmung des beteiligten Bartträgers eine Beziehung, was wiederum viel Konfliktpotential bündelt.
Eine weitere Begründung könnte natürlich auch in dem Typus des Beziehungsmannes liegen. Irgendwo müssen ja all die Jungs herkommen, die mit dieser geilen Brünette, mit der man sich, bis zu der beiläufigen Erwähnung ihres Freundes, Erfolg versprechend unterhalten hatte, zusammen sind. Diese Beziehungsmänner sind anscheinend sehr scheu und verlassen nur selten ihren Bau. Damit sind sie dem gemeinen Informatiker oder Metallfan zwar sehr ähnlich, diese Gattungen zeichnen sich allerdings meist eher durch virtuelle Partnerschaften aus, welche nur in Form ihrer rechten Hand in Fleisch und Blut übergehen. Der Beziehungsmann jedenfalls muss den Bau nicht mehr verlassen und wenn, dann nur für demütigende Double Dates, da er nach Sex (also seinem Antrieb) nicht mehr Ausschau halten muss. Eine Ausnahme wäre natürlich eine fanatische Jesusfreakchristin als Freundin zu haben, die felsenfest für einen Verzicht von Sex vor der Ehe einsteht. Davon sollte man allerdings aus Rücksicht auf die Menschlichkeit absehen. Begibt sich der sexhabende Mann dennoch auf die Piste, dann mit besoffenen Singlefreunden, deren Singlestatus er einem Chamäleon gleich annimmt, und somit als Beziehungsmann unkenntlich wird. Zu deutsch: er erwähnt seinen Hausdrachen vor willigen Schlampen eher selten. Weiterhin wollen andere Männchen ihm immer am liebsten eine in die Fratze ballern, weil er Sex hat und sie nicht.
Entgegengesetzt verhält es sich anscheinend bei den Weibchen. Sie gehen lieber auf die Piste, wenn sie sich in einer Beziehung wähnen, einerseits um mit ihrem neuen Hobbyobjekt anzugeben, andererseits kann ihr Macker zur Not aufdringlichen Idioten eins an die Glocke klopfen. Sie können daraufhin so was sagen wie: “Thomas, hör auf, ich verabscheue Gewalt!” und sich Pandapostkarten ins Zimmer hängen. Mädchen außerhalb des Beziehungshafens täuschen außerdem nicht selten eine Beziehung (und den Orgasmus) vor, um nicht von 30-jährigen Scooterimmitationen angemacht zu werden. Manchmal lesen sie auch Kolumnen wie diese und behaupten, sie wären niveauloser als Mario Barth und schauen in die Neon, um sich dort gute Tipps zu holen. Und es stimmt, nachdem ich noch einen Blick auf diese Kolumne geworfen habe, muss ich zugeben, dass sie auf Mario Barths Unterniveau herumdümpelt. Aber ich gebe es wenigstens zu, Herr Barth.
Wissen sie lieber Leser, daher bin ich es langsam leid, mich mit diesen Paarungsfragen Tag ein Tag aus beschäftigen zu müssen. Ich denke ernsthaft darüber nach, in ein Kloster zu gehen…um einige Nonnen von ihrer Keuschheit abzubringen und Fußball zu schauen. Mal im Ernst, können die Leute denn nicht einfach mit einander schlafen, wenn sie Lust dazu haben? Verhütung ist doch kein Problem mehr. Freie Liebe! Mumias free (hieß der so?)! Bomben auf Vietnam! Verbietet Schildkröten!
Danke
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